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 Überwinterung Indoor

 

 

Wenn der Warzenkaktus uns im nächsten Jahr mit Blühverweigerung straft, fehlte ihm die kühle trockene Ruhezeit! Doch viele andere Wasserspeicherkünstler vertragen eine warme Überwinterung und blühen üppig.

 

Die speziellen Pflegebedürfnisse bei warmer Überwinterung sind leicht zu beachten. Eine große Anzahl vielgestaltiger Pflanzen sind dafür geeignet und können die Erlebnisvielfalt steigern. Und gewusst wer unbedingt kühl und trocken über den Winter gebracht werden muss ist schon die halbe Miete für Blütenkränze in mehreren Schüben von Frühjahr bis Sommer. Wer winterharte sukkulente Freunde sein Eigen nennt, kann auf den nächsten Seiten erfahren, wie leicht auch diesen viele Blüten zu entlocken sind und vor allem, wie sie am besten über den Winter kommen, selbst wenn der viel Eis und Schnee bringt.

Grundsätzlich sollten Sukkulenten nicht gleichmäßig feucht gehalten werden, sondern die Wassergaben einem Gießrhythmus folgen.

 

Auf die wichtigste Voraussetzung für gesunde Sukkulenten – Entwicklung, die Lichtmenge, müssen die Wassergaben eingestellt werden. Ebenfalls keinen unerheblichen Einfluss darauf hat die Heizung.

Eine weitere wichtige Grundlage für eine gesunde Pflege der Wasserspeicherkünstler ist die naturgemäße Düngung. Unerwartete Erkenntnisse und Erfahrungen mit der Düngung führen zu Empfehlungen, die sich von vielem abheben, was bisher bekannt war. Um blättrigen Sukkulenten auf der einen Seite und den Hochsukkulenten auf der anderen Seite gerecht zu werden braucht es keine komplizierten Rezepturen. Sie können mit zwei Düngern auskommen, wenn diese in geeigneter Weise kombiniert werden.

Was tun, wenn die richtige Pflege nun zu hervorragendem Wachstum führt und der Kaktus an der Decke anstößt? Ein Rückschnitt ist unausweichlich, wie dieser ausgeführt wird und worauf geachtet werden muss ist ebenfalls auf den nächsten Seiten ausführlich dargestellt.  

 

Viel mehr Arten, als man denkt, sind für eine dauerhafte Pflege im beheizten Zimmer oder Wintergarten gut geeignet.

 

Ob am Fensterbrett im Wohnzimmer oder Büro, an der Glasfront eines Geschäftsgebäudes oder im Wintergarten überall wo auch im Winter Zimmertemperaturen herrschen und ausreichende Lichtbedingungen gegeben sind, können die allermeisten anderen Sukkulenten und auch viele Kakteenarten kultiviert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die drei Pflegegruppen

 

Im Folgenden werden Empfehlungen gegeben von den Arten, die besonders gut für die genannten Bereiche geeignet sind.

 

Dauerhaft warm:

 

 

 

 

 

 

 

Kakteen  
Aporocactus Arrojadoa
Discocactus Frailea          
Melocactus  

 

 

 

 

 

 

 

Melocactus glaucescens April 07 025.jpgMelocactus glaucescens Frailea pseudopulcherima.jpg  Frailea pseudopulcherim  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sukkulenten  
Abromeitiella (Bromeliaceae)

Adansonia, Baobab (Bombacaceae)

Adenium (Apocynaceae)

Adromischus (Crassulaceae)

Aeonium (Crassulaceae)

Alluaudia (Didieraceae)

Bowiea (Hyacithaceae)

Brighamia (Campanulaceae)

Ceropegia (Asclepiadaceae)

Conophytum (Aizoacae)

Euphorbia (Euphorbiaceae)

Fockea (Asclepiadaceae)

Gasteria (Aloaceae)

Haworthia (Aloaceae)

Kalanchoe (Crassulaceae)

Pachypodium (Apocynaceae)

Peperomia (Piperaceae)

Pleiospilos (Aizoaceae)

Senecio (Asteraceae)

Stapelia (Asclepiadaceae)

Stapelianthus (Asclepiadaceae)

Uncarina (Pedaliaceae)

Xerosycios (Cucurbitaceae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aeonium Hybride `Sunburst`.jpg

Aeonium Hybride ´Sunset´

Conophytum bilobum absimile.jpg

Conophytum bilobum absimile

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sowohl warm als auch kühl überwintern

 

Kakteen

 

Echinocactus (Cactaceae)

Epiphyllum-Hybriden  (Cactaceae)

Ferocactus (Cactaceae)

Gymnocalycium (Cactaceae)                           

Lophophora (Cactaceae)

Myrtillocactus (Cactaceae)

Notocactus (Cactaceae)

Pachycereus (Cactaceae)

Parodia (Cactaceae)

Pilosocereus (Cactaceae)

Rhipsalis incl. Lepismium und Pseudorhipsalis

Schlumbergera (Cactaceae)

Selenicereus (Cactaceae)

Stenocactus (Cactaceae)

Thelocactus (Cactaceae)

Turbinicarpus (Cactaceae)

Weingartia (Cactaceae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlumbergera Malibu.jpg

Schlumbergera ´Malibu´

Thelocactus, riconensis.jpg

    Thelocactus riconensis    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sukkulenten  

Agave (Agavaceae)

Aloe (Aloaceae)

Crassula (Crassulaceae)

Faucaria (Aizoaceae)

Frithia (Aizoaceae)

Lithops (Aizoaceae)

Portulacaria (Portulacaceae)

Sansevieria (Dracaenaceae)

Scilla (Hyacinthaceae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Crassula BuddhasTemple.jpg

Crassula ´Buddhas Temple´

Faucaria tigrina Superba.JPG

   Faucaria tigrina ´Superba´  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heizquellen beachten

Jede Wärmequelle muss unbedingt berücksichtigt werden, da sie Schäden verursachen kann. Gibt die Wärmequelle zu hohe Temperaturen ab, kann das bis zu äußeren Verbrennungen führen, insbesondere wenn die Pflanzen im Herbst von Terrasse oder Garten ins Zimmer geräumt werden. Halten Sie daher immer Abstand zu Wärmequellen.

Heizkörper erwärmen darüber befindliche Pflanzen auf Steinfensterbrettern ebenso wie die Fußbodenheizung Töpfe aufheizt, die direkt auf dem Boden stehen. Das ist ungünstig, da die Wurzelballen durch die Erwärmung unnötig stark austrocknen und bewässert werden müssen, was wieder das Wachstum zu stark anregt. Eine einfache Isolation durch Korkuntersetzer, Holzklötzchen oder Styropor reicht aus, um das zu vermeiden. Bei größeren Pflanzen sind Untersetzer oder Gefäße mit Rollen oder Gleitfüßen (wie sie z.B. für die Hydrokultur angeboten werden) besonders praktisch, da diese das Verrücken vereinfachen und gleichzeitig den Kontakt mit der erwärmenden Fläche verhindern. 

Wenn das Fensterbrett nicht breit genug ist oder die Pflanzen über dieses herausragen, muss man mit einer möglicherweise erheblichen und einseitigen Austrocknung durch die vorbeiströmende Warmluft rechnen. Auch hier kann ein großer Untersetzer oder eine Verbreiterung der Fensterbank durch eine Platte gute Dienste leisten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im „Winterschlaf“ legen sich die Kakteen-Klassiker ihre Knospenanlagen zu, die sie im Frühjahr dann zu üppiger Blütenpracht entfalten.

 

Die notwenige Winterruhe erfolgt über 3 – 4 Monate bei Temperaturen unter 15°C aber über 5°C. Während dieser Zeit erhalten die Pflanzen kein Wasser. Bis zu 2/3 ihres Feuchtigkeits-Speichers können Kakteen während einer Trockenzeit verbrauchen ohne den geringsten Schaden zu nehmen. Sie können in dieser Zeit alle Lebensprozesse reduziert weiter aufrecht erhalten und ihre Blütenanlagen entwickeln. Dafür ist allerdings eine ausreichende Nährstoffversorgung in der davor liegenden Saison nötig. Für eine erfolgreiche kühle Überwinterung sollten Sie unbedingt auf einen trockenen Wurzelballen achten. Daher nie frisch gegossene Pflanzen an kühlere Standorte bringen, sondern erst auf gutes Abtrocknen des Wurzelballens achten. Der Anspruch an die Lichtverhältnisse ist in der Ruhephase nicht so groß wie während des Wachstums und je kühler es ist, desto größer ist diese Toleranz. So reicht bei 8°C ein mäßig helles Kellerfenster.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kakteen-Klassiker
Mammillaria
Rebutia inclusive Mediolobivia, Aylostera, Sulcorebutia

 

 

 

 

 

Bei diesen Arten ist die Blüteninduktion abhängig von der beschriebenen Ruhephase.

 

 

Folgende Arten verweigern wohl nicht die Blütenbildung, ihre gesunde Entwicklung ist aber doch auch abhängig von einer kühlen Winterruhe:

 

 

 

 

 

 

 

Opuntia incl. Corynopuntia, Cylindropuntia

Viele Echinopsis insbesondere Lobiva (Cactaceae)

Tephrocactus, (Cactaceae)

Delosperma (Aizoaceae)

Echeveria (Crassulaceae

Pachyphytum (Crassulaceae)

Sedum (Crassulaceae)

 

 

 

 

 

 

 

 

Insbesondere alle Arten die winterhart sind sollten auch mindestens kühl überwintert werden, da sie an diese Bedingungen angepasst sind.

 

Wird der oben genannte Kreis von Sukkulenten warm überwintert werden die Pflanzen weich und anfällig für Schädlinge oder sie blühen nicht.

 

Ein sehr großer Teil aller anderen Kakteen und anderen Sukkulenten können mit einer kühlen Ruhezeit überwintert werden, obwohl das für sie nicht notwendig ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geeignete Standorte zur kühlen Überwinterung:

  • Alle sonnigen Fenster in Räumen, die im Winter nur wenig beheizt werden.
  • Der Wintergarten, der nicht als Wohnraum genutzt wird und nur auf 5 – 10°C beheizt ist stellt eine optimale Lösung dar und spart Heizkosten.

  • Die Veranda, heute nur noch selten zu finden, kann bei geeigneter Temperaturführung ein wundervoller Platz sein.
  • Zimmer sind selten so wenig beheizt, doch wenn dann bieten diese sich an, wenn man denn dort im Frühling und Sommer auch etwas von den Pflanzen hat.

  • In Altbauwohnungen findet man noch Außen- und Innenfenster vor. Der Zwischenraum kann für unempfindliche Arten ein idealer Platz sein
  • Nicht zuletzt stellen Foyes und Treppenhäuser, die heute oft mit weitläufigen Glasfronten versehen sind bei geeigneter Temperaturführung ideale Standorte dar
  • Das Gewächshaus, im Winter nur auf 5° – 10°C beheizt, eingerichtet nur für die zu pflegenden Pflanzen stellt natürlich das Optimum dar.

All diese Bereiche können die klassischen Kakteen und Sukkulenten ganzjährig aufnehmen. Sie sind aber auch als Winterstandort geeignet, falls die Pflanzen im Frühjahr und Sommer einen anderen Platz haben.

  • Der Keller kann als reiner Winterstand genannt werden, wenn ein helles Fenster vorhanden ist. Allerdings sollte die Temperatur nicht unter 5°C liegen und auf keinen Fall über 15°C, bei schwachen Lichtverhältnissen nur maximal 10°C.
  • Das Treppenhaus bietet sich ebenfalls als reiner Winterstand an, selbst wenn die Lichtverhältnisse nur mäßig sind.

  • Das kühlere Schlafzimmer eignet sich ebenfalls

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dekorativ und im Blickfeld: Standorte im Frühjahr und Sommer

  • Sonnige Fenster im Wohnbereich bieten die richtigen Wachstumsbedingungen. Wird der Platz knapp können Regale im Fenster aufgestellt oder gehängt weitere Aufstellmöglichkeiten bieten
  • Nach den Eisheiligen ab Mitte Mai können die mehr oder weniger stacheligen Freunde auf das Fensterbrett vor dem Fenster im Freien umziehen.
  • Terrasse, Balkon und Garten bieten ebenfalls beste Lichtverhältnisse und viel frische Luft. Da säulige Sukkulenten kopflastig sein können, sollte bei ihnen auf Windschutz und Standfestigkeit geachtet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp: Umzug vom weniger hellen Winterstandort zum Sommerstand in der vollen Sonne birgt immer die Gefahr von Sonnenbrand. Räumt man von drinnen nach draußen, dann muss unbedingt die ersten Tage schattiert werden oder Sie nutzen ein paar Tage den bedeckten Himmel. Der Grund liegt an der UV-Filterwirkung von Glasscheiben. Im Freien sind die Pflanzen der vollen UV-Strahlung ausgesetzt was hässliche Schäden durch Verbrennung verursacht, bis sie sich nach 3 – 4 Tagen umgewöhnt haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Selbst für den Halbschatten gibt es Arten:

Binsenrutenkakteen Rhipsalis und verwandte Arten wachsen häufig in Bäumen, benötigen daher helle aber nicht sonnige Standorte. Viele grüne Haworthien wachsen in ihrer südafrikanischen Heimat ebenso wie Aeonium tabuliforme auf den Kanarischen Inseln an den sonnenabgewandten Seiten von Felsen, sodass sie nie direkt besonnt werden. Damit können sie sogar an einem Nordfenster gedeihen, wenn es nur hell genug ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wässern im Winter

Viele der hier empfohlenen Arten wachsen in Brasilien, in Gebieten, in denen ganzjährig relativ hohe Temperaturen herrschen und auch im Winter nicht zu knapp Regen fällt. Das gleiche gilt auch für viele Sukkulenten auf Madagaskar. Dabei besiedeln sie sogenannte Trockeninseln, die von feuchtigkeitsliebenderen Arten, die ansonsten die Vegetation bestimmen, wegen der geringeren Verfügbarkeit von Wasser nicht erobert werden können. 

Daraus ergibt sich, dass bei beheizter Überwinterung wenig Wasser gegeben werden muss.

  • Kakteen sollten dabei kein Wachstum zeigen, das heißt die Wassergaben sollen so gering sein, dass sie nur ausgleichen, was durch die warme, trockene Zimmerluft den Kakteen an Feuchtigkeit verloren geht. Beginnen Kakteen im Winter zu wachsen, wird der Zuwachs dünner und schwächer bedornt. Der Grund liegt in den unzureichenden Lichtmengen in unserem Winter. Auf Düngung soll im Winter ganz verzichtet werden.
  • Euphorbien müssen unterschieden werden in christusähnliche Arten, die auch im Winter wachsen, daher genügend Wasser und Nährstoffe erhalten sollen und kakteenähnliche Arten, die genau wie die oben genannten Kakteen gehalten werden können.
  • Pachypodium und Winterwachser wie Aloe, Conophytum, Gasteria, Haworthia, Kalanchoe und Senecio werden mäßig gegossen und gedüngt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie viel Wasser muss man geben?

  • Kleine Töpfe bis 10cm Durchmesser alle 2 – 4 Wochen 25 bis 100ml.
  • Mittlere Töpfe 12 – 18cm Durchmesser alle 3 – 4 Wochen 100 bis 200 ml.

  • Große Gefäße alle 4 – 8 Wochen maximal 10% des Volumens.

 Diese Anhaltspunkte sind je nach Temperatur und Sonneneinstrahlung zu modifizieren.