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 Was ist Sukkulenz

 

 

Sukkulenten können durch ihre eigenartige, oft imposante und erstaunliche  Erscheinung faszinieren. Es gibt kaum eine andere Pflanzen-Gruppe, die so unterschiedliche Gefühle bei Betrachtern auslösen.

 

Ihr Name kommt aus dem Lateinischen von Succus und bedeutet Saft, womit die Gruppe der Saft- oder Fett- oder wasserspeichernden Pflanzen gemeint ist.

Es gibt baumgroße Riesen, einfache dicke Säulen, kriechende Sprosse, enorme Kugeln oder Polster mit einigen Metern Ausdehnung ebenso wie Miniaturpflanzen von einem Zentimeter Durchmesser. Manche Sukkulenten bilden faszinierende flaschenförmige Stämme (Pachypodium) andere riesige unterirdische Speicherorgane (Pterocactus tuberosus). Andere winden sich in den Bäumen mit dickfleischigen Blättern (Hoya) oder hängen in dichten Trauben (Rhipsalis) herab. Es gibt Conophytum-Arten, die weich und nackt, kleine verletzliche Existenzen haben, andere mit scharfen langen Dornen oder extremen Wiederhaken wie Opuntia bigelowii die sich bei Berührung tief in die Haut eingraben.

Allen gemeinsam ist die Besonderheit Wasser in verschiedenen Organen zu speichern.

 

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Hoya fungii

In den Pflanzengestalten zeigt sich eine schrittweise Veränderung, wenn man von Kontinent zu Kontinent schreitet. In Australien dominieren in Trockengebieten dornige Büsche und Bäume. Dies gibt es in Amerika ebenfalls, doch finden sich hier zusätzlich Sukkulente, die den dornigen Spross aufquellen um darin vor allem Wasser zu speichern. In Afrika wiederholen sich dornige Gehölze und dornige Sukkulenten. Zusätzlich entwickelten sich wässrig aufgequollene, kleine, fast kugelförmige Gestalten die ganz auf die Dornen verzichten. Am Beispiel der  „Lebenden Steinen“ aus Südafrika stellt sich eine Gruppe hochsukkulenter  Arten vor, die die Sukkulenz so am reinsten zeigen.

 

 

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Lithops localis peersii 

 

Sukkulenten gelten als Musterbeispiel für Konvergenz

Wenn Pflanzen aus den verschiedensten Verwandtschaftskreisen also ohne gemeinsame genetische Basis ähnliche äußere Gestalten und  innere Funktionen entwickeln, spricht man von konvergenten Arten. Verantwortlich dafür macht man die natürliche Auslese weniger angepasster Lebewesen. Bemerkenswert ist, dass sich auf Madagaskar eine erstaunliche Sukkulentenvielfalt entwickelte, während unter denselben klimatischen Bedingungen wie Trockenheit und Temperaturverlauf die Republik Niger von ihnen so gut wie frei ist. Diese Umgebungsbedingungen allein können also nicht dafür verantwortlich gemacht werden, welche Formen sich entwickeln. Auch geographische Barrieren scheiden in diesem Fall aus.

Sicher ist aber, dass die Fähigkeit der Sukkulenten Wasser zu speichern, indem bestimmte Organe schwellen und dicker werden, diese dazu prädestiniert in ariden (trockenen) Gebieten zu überleben.

 

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Euphorbia waringae

Ein Beispiel sukkulenter Arten, die ganz verschiedenen Familien angehören und ganz unabhängig und weit voneinander entfernt eine ähnliche Gestalt ausbildeten sind der Kaktus Astrophytum,  die Wolfsmilch Euphorbia und die Aasblume Larryleachia.  So finden Sie in Mexiko Astrophytum asterias auch als Seeigelkaktus bekannt, in Südafrika Euphorbia obesa  sowie Larryleachia cactiformis (syn. Trichocaulon cactiforme) in Namibia.

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Larryleachia cactiformis